theater*ARCHIV
Dezember 2010
Ein Theaterstück aus Gedichten von Kurt Tucholsky, Walter Mehring und Erich Kästner. Auch ab Februar 2010 laden wir sie wieder, einmal im Monat, ins Nachtcafe "Zum Untergang" ein, in dem sich Menschen der Weimarer Republik ein Bierchen gönnen, auf ihrem Weg in den Nationalsozialismus. Sie werden sich wundern, wie ähnlich sie ihnen sind.
"Soviel Boheme war selten in der Kofferfabrik. Allround-Künstlerin Brigitte Döring lädt mondän ins «Nachtcafé zum Untergang»....Das Ganze ist so dicht konzipiert, die einzelnen Figuren legen so starke Auftritte hin, dass man gar nicht den Eindruck hat, hier würden Texte vorgetragen......Die Auswahl der Stücke, Szenen und Lieder ist genial... Das Schockierende an diesem anregenden Abend sind die Parallelen zur Gegenwart: duldsame Bürger-Schafe, Wirtschaftskrise und Zerfallserscheinungen."
CLAUDIA SCHULLER FN 20.11.08
Mit Brigitte Döring, Sandra Ettling, Hannes Göldner, Julia Löser, Udo Martin, Esther Sambale und Peter Fidel
Stück und Regie: Brigitte Döring
"Harold" ist eine wilde Mischung aus mindestens 6 Zutaten, die überhaupt nicht zusammenpassen. "Krippenbeißer" kommt ganz zivil daher: wie Bier, Korn, Bier, Korn usf… aber dröhnt! "Spirale Mortale" ist wie Bloody Mary, nur viel schlimmer. Nach Vorschlägen der Zuschauer entstehen in sekundenschnelle nie gesehene Mini- oder Maxidramen. 6 auf Kraut Improtheater spielt ab März regelmäßig in der Bagaasch: Jeden letzten Freitag im Monat. Immer ganz was anderes und immer Über-, ach was, Hyperraschend! Seit über 20 Jahren spielt die Gruppe "6aufKraut" Stegreif-Theater, mal irrsinnig, grotesk und komisch, mal zauberisch poetisch, aber immer spannend. Wie immer: nix geprobt, alles spontan, unwiederholbar, jede Szene zugleich Welt-ur und -letztaufführung. Regie: das Publikum.
Der Börsenmakler Robert sitzt wieder einmal spät nachts in seinem Büro und arbeitet, als plötzlich ein Stromausfall seine Aktivitäten für einige Minuten lahmlegt. Als sich das Dunkel wieder lichtet, hat er einen unerwarteten Gast. Das, auf den ersten Blick wie ein Straßenmädchen, anmutende Mädchen Paula, dass auf der Suche ist. Auf der Suche nach was? Nun, eben auf der Suche. Hier beginnt Roberts, anfangs unfreiwillige, überaus seltsame Reise durch eine Nacht, an deren Ende er nicht wissen wird, ob es sie jemals gegeben hat. Paula entführt ihn in ihre Geschichte. Er wird zum Zeugen ihrer Begegnungen, den "universellen", von Saint-Exupérys erdachten und den "irdischen" von B. Döring hin zu Veränderten.
Eine Geschichte über den Unsinn und den Sinn, über einfache Lösungen und ewige Geheimnisse, über die Möglichkeiten und die Unmöglichkeiten des Verstehens und des Liebens.
"Brigitte Döring versetzt die Protagonisten ins Hier und Jetzt, nicht ohne dem Zauber des modernen Märchens Raum zu geben…….Was ist Liebe? Paula hat es begriffen. Sie hat verstanden, dass es die Kraft der Liebe und des Vertrauens war, die die Rose bewogen hat, sie gehen zu lassen, während Robert den Begriff erst einmal gegoogelt hätte. Doch mit der Zeit kommen auch bei ihm wieder Gefühle durch, er vermag sich zu besinnen auf das, was den Menschen ausmacht."
(Marion Reinhardt FN)
Mit Udo Martin, Julia Löser, Lisa Futschik, Kalle Zuber, Bernd Ruhnau, Andrea Gerhard und Verena Schmidt
Skript und Regie: Brigitte Döring
Der etwas andere Weihnachtsabend. Mitten in der Adventszeit laden wir sie zum ersten von drei Malen zu einer satirischer Weihnachtsrevue. Kritische, boshafte aber auch sanft ironische Betrachtungen zu einem allenthalben sinnentleerten Fest.
"Schon der musikalische Einstieg in diesen Abend mit Szenen, Gedichten und Liedern von Kurt Tucholsky bis Erich Kästner ist überaus treffend; «Alle Jahre wieder« in der verpunkten Version der «Roten Rosen«. Satirisch und bissig hinterfragt das Ensemble um Leiterin Brigitte Döring in kleinen gespielten Szenen, die geschmeidig ineinander übergehen, biedere Weihnachtsrituale ….Die gezielte Auswahl zynischer, zuweilen nihilistischer Weihnachtsliteratur und -reime sowie der Einsatz einzelner Gimmicks, …erzeugen ein stimmiges Gesamtbild, das dem Fest der Liebe die zuckersüße Maske entfernt und mit Blick auf das Hier und Jetzt zum Nachdenken anregt. ….Wer sich vor der Bescherung ebenfalls noch traut, mit Fragen zu Sinn und Zweck des Heiligen Abends konfrontiert zu werden….. sollte die weiteren Vorstellungen nicht versäumen." FN Andi Dollinger Dez 2009
Konzept: Brigitte Döring, Mitwirkende: Brigitte Döring, Udo Martin, Bernd "Spacer" Ruhnau,Esther Sambale, Verena Schmidt, Vera Unger, Peter Fidel u.a.
Zusammenstellung: Brigitte Döring, mit Brigitte Döring, Udo Martin, Hannes Göldner und Gästen
Heinrich Heine 1797 - 1856
Heinrich Heine, - am 13. Dezember geboren - gilt als der "letzter Dichter der Romantik" und gleichzeitig als ihr Überwinder. Berühmt wurde er nicht nur durch seine gewaltige Wortgewandtheit, sondern vor allen Dingen auch durch seine kritischen Töne gegen das Establishment. Als Journalist begründete er nicht nur das Feuilleton, sondern auch den kritischen Ton. Er konnte, wie kaum ein anderer, auf alle gesellschaftlichen Schichten einwirken. Zeit seines Lebens wurde er in Deutschland wegen seiner jüdischen Abstammung geächtet und kritisiert. "Seine meisterliche Ironie ist oft mit dem moralischen Anspruch verknüpft, die humanen Traditionen der Menschheit einzufordern. Noch in seinem Sarkasmus und Blasphemien zeigt der gläubig-ungläubige Heine seine tiefe Menschlichkeit, noch in seinem Spott auf nationale Eigenheiten offenbart er den Glauben an die Gemeinsamkeit der Menschen." (J.A. Kruse)

