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Eine szenische Collage von Brigitte Döring

Ausschnitte aus „Mit der Faust ins offene Messer“ (Augusto Boal), „Jama“ (Brigitte Döring nach Robert Schneider DRECK), Gedichte von Peter Rühmkorf, Walter Mehring, Bertolt Brecht, Hilde Domin u.a.
„Die bittere Not der Heimatlosen – Aufrüttelndes Drama über Menschen auf der Flucht in der Kofferfabrik – Ein schmerzhaftes Drama hat Brigitte Döring inszeniert, einen aufrüttelnden Weckruf, ein Schauspiel der puren Verzweiflung… Es erzählt von Flüchtlingen, von der Not der Heimatlosen, von Wegen ins Nichts ohne Rückkehr nach Hause…. Was dabei über Migranten gesagt und exemplarisch vorgeführt wird, ist geradezu klassisch. Je länger die Flucht dauert, um so mehr verändert und zerstört sie die Menschen. Die Ungewissheit, das Warten, der ständige Ortswechsel ergreift von ihnen Besitz und füllt sie völlig aus. Ihre Empfindungskräfte sind verbraucht, auch in ihren Gefühlen füreinander werden sie hastig, ungenau, beinahe wahllos. Wie kann man lieben mitten im Entsetzen, mit der Erinnerung an Leichen im Kopf? Vier Heimatlose sind in einem Lager gestrandet. …. Sie sind auf der Suche nach dem „Land ohne Wind“, in dem sie bleiben können. Obwohl klar ist, dass so ein Ort gar nicht existiert, ist er ihre ganze Hoffnung…. Samantha Lerch, Andrea Gerhard, Rebecca Gonter und Johannes Hierdeis wirken mehr als verloren. Sie akzentuieren in ihrem Spiel, dass diese Geschichte zeit- und ortlos ist, dass sie überall stattfinden kann. Von hinten lenkt Magnus Gertkemper, der an der Technik sitzt, ihren Weg ins Nichts Dazwischen immer wieder Brigitte Döring mit einer Maske vor dem Gesicht, das Geschehen unterbrechend, kommentierend, zynisch klarstellend, dass diese abgerissenen Gestalten sowieso keine Chance haben. Sie symbolisiert die diffuse Angst vor Fremdem, die Erbarmungslosigkeit, die Ignoranz der Satten. Dann schlüpft sie mit einem Kopftuch in die Rolle von Jama, einer Illegalen, die es irgendwie nach Deutschland geschafft hat und die nun hier Toiletten putzt. Ähnlich wie in Robert Schneiders Monolog „Dreck“ hat Jama alle bösen Vorurteile gegen Ausländer dermaßen verinnerlicht, ist so oft gedemütigt worden, dass sie sich selbst für schlecht hält. Sie glaubt, minderwertig zu sein und betont, dass sie dieses saubere Land verschmutze. … Ein hartes Stück in harten Zeiten. (FN CLAUDIA SCHULLER)
Zusammenstellung und Inszenierung: Brigitte Döring mit Brigitte Döring, Andrea Gerhard, Samantha Lerch, Martha Unterhofer, Johannes Hierdeis und Magnus Gertkemper

Preis: 13 € | VVK: 10 € [Tickets kaufen]

Alternative Termine: Fr 20.10.17 | Sa 21.10.17 |

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